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Die Erziehung eines Hasenkindes

Das Kinderbuch für Erwachsene - 3


Ganz atemlos sitzt Hasen-Franz
 geduckt im Nest aus Gras.
Lief aus der Schule ganz geschwind
 das Ränzlein wurd' schon naß.

Der warme Frühlingsregen fällt leis'
 aufs Dach von Laub.
Der würzig' Duft der Gräser
 macht Häschens Sinne taub.

Es atmet tief und selig die Luft
 des Frühlings ein.
Und wird ganz plötzlich traurig
 grad' hier allein zu sein

Man ist ja schließlich Hase
 und schon ein ganzer Mann.
Kennt doch auch von der Häsin
 das ganze Drum und Dran.

Das letzte Hasen-Volksfest
 hat viel für ihn gebracht.
Er hat getanzt, getrunken
 geküßt die halbe Nacht.

Doch hier - im feuchten Grase
 allein mit der Natur
Da denkt der Has' ganz plötzlich
 ans Hasen-Abitur.

Er muß noch Perlen fädeln
 aus Glas auf Schnüre fein.
Und Eier bunt bemalen
 fürs kleine Schwesterlein.

Den Oster-Vers noch lernen
 ganz artig aus dem Kopf.
Der Hasen-Schuldirektor
 zieht sonst an Ohr und Schopf!

Er muß auch für die Schule
 noch schreiben groß und klein.
Und noch Figuren turnen
 fürs Sportfest vom Verein.

Er kommt aus bess'ren Kreisen
 das sieht ein jeder hier.
Und ist der beste Junghas'
 hier draußen im Revier. -

Kramt eifrig nun im ränzel
 nach Stiften und Papier.
Und schreibt auf blauem Bogen
 ein Liebesbrieflein ihr.

Er schreibt der leck'ren Sophie
 von mancher Sinneslust
Und räkelt sich im Grase
 als wär's der Liebsten Brust.

Er spricht da von Gefühlen
 vom Has' zur Hasenfrau
Und würde gern sie führen
 hinaus zur grünen Au. -

Doch gelten strenge Regeln
 hier drauß' im Hasen-Land
Erst recht für freche Lümmel
 mit ihrer schnellen Hand!

So spricht der Hasenvater
 gar streng zu seinem Sohn:
"Mein lieber Franz, die Sophie
 wirst du doch wohl verschon'!"

Da neigt der Franz, der Hase,
 errötend nun sein Haupt
Und sagt zu seinem Vater:
 "Was ihr nun immer glaubt!"

Die Mutter steht daneben
 und ist gar sehr beleibt.
Und denkt für sich im Geiste,
 was ihr Herr Sohn wohl treibt!?

Sie selbst ist nämlich schwanger
 vom Hasen-Papa grad'.
Das fünfte Mal - wie schrecklich! -
 blieb ihr doch nicht erspart!

So nimmt sie sich das Fränzchen
 mal eines Tages vor,
Das Fernseh'n zeigt grad Fußball
 der Vater schreit laut: TOR!!!

In dieser ruhigen Stunde
 gibt sie ihm das Gefühl
Daß wahre Liebe mehr ist
 als einfach nur Gewühl.

Man muß sich  r i c h t i g  mögen
 mit allem Drum und Dran
Mit dieser Lebens-Kunde
 kam sie gut bei ihm an.

Von nun an legt er zärtlich
 den Arm ums Sophilein.
Und legt mit ihr ein Nest an
 weit draußen hinterm Hain.

Er nimmt nun Zeit und Muße
 zum Kennenlernen sich.
Und läßt in schlechten Zeiten
 die Liebste nicht im Stich! -

Von beiden Hasen-Eltern
 ist Mutter Diplomat.
Der Vater ist viel strenger
 und urteilt oft so hart.

Man sieht - im Hasenleben
 Ist's auch nicht immer leicht,
Wenn Hasen wie die Menschen
 die große Angst beschleicht...

8.9.06 14:00


Im Krankheitsfall...

Der Hase liegt nun krank zu Haus.
Er huster schwer und geht nicht 'raus.
Der Doktor - übrigens kein Hase
Prüfte weder Brust noch Nase!

Codein schrieb er ihm auf
Nun nimmt alles seinen Lauf!
Quarkig ist er, matt und schlapp
Mäkelt rum - und nicht zu knapp!

Frau Hase saust zur Post noch eilig
Des Hasen Leben ist ihr heilig!
E r  wünscht, daß man für ihn bete
Doch  s i e  schickt ihm C.A.R.E.-Pakete!!!

Denn sie liebt ihn ja so doll
Ist des Lobes für ihn voll.
Und so packt sie in die Tüte
Tee von der Kamillen-Blüte

Auch der Fenchel zum Genuß
Ist ein ernstgemeintes MUSS!
IPALAT - wenn er's nur wüßte
Ist sehr gut für Hasenbrüste!

Und so schmiert er sich voll Frust
Dieses auf die wollene Brust.
Auch der braune Hustensaft
Gibt dem Kerlchen neue Kraft.

Und zum Schluß noch 'was zum Knabbern
Ach! wie wird der Hase sabbern! -
Wenn der Kleine dies genommen
Ist Frau Has' ihm wohlgesonnen.

Und - wenn erst die Sonne scheint
Ist man wieder froh vereint.
Legt sich schön in Blumenwiesen
Mit der Hasenfrau - der Liesen.

Und man räkelt sich vor Wonne
In der warmen Mittagssonne.
So ist alles gut und schön
Bis wir uns bald wiederseh'n!

25.8.06 16:58


Weißt Du eigentlich, wie lieb ich Dich hab?

Ganz zaghaft reicht die Käferfrau hier
 ihrem Mann die Hand.
Bestärkt damit - man sieht's genau - das
 treue Partner-Band.

Sie schaut ihn ja so zärtlich an, auch er
 schaut ganz verzückt.
Es scheint, als wär' hier mal ein Paar
 vor Liebe ganz entrückt...

Sanft streichelt sie dem Käfer-Mann
 das weiche Rückenhaar.
Sie schauen Aug' in Aug' sich an
 und finden's wunderbar!

Und - glaube mir, mein lieber Schatz, trotz
 dieser hölzern' Bank
Geht schnelltens die Laterne aus
 und beide liegen lang...

Sie lieben sich - das sieht man doch - so
 wie ein Menschen-Paar,
Das Dir und mir sehr gut bekannt,
 Auch sie sind wunderbar.

Doch leider ist's im Menschenland nicht
 alles ganz so leicht.
Auch, wenn die Menschenfrau dem Mann
 z w e i  liebend' Hände reicht!

So sag' ich Dir - es fällt mir leicht -
 ich liebe Dich so sehr.
Das Warten mit dem Drum und Dran fällt,
 wenn man liebt, nicht schwer.

25.8.06 16:58


Erfahrungen

Nicht, daß ich nicht auch etwas von Moral hielte, aber es gibt eben Zeiten, in denen sie lästig und verlogen ist und sich sicher jeder wünscht, diesen Begriff in keinem Wörterbuch zu finden.

Doch, was die Menschen künstlich herbeigezaubert haben, gilt mittlerweile nicht mehr nur für sie selber, sondern auch für jeden anderen Bereich, in dem es um das Leben an sich geht.

Sehen wir einmal, wie schwer Jugendliche im Allgemeinen damit umgehen und geben wir doch ruhig zu, daß wir, die mittlere Generation, schlicht die Hälfte davon schon wieder vergessen hatten!

Wir träumen uns jetzt in ein Märchen, das uns mitten in den Alltag einer gemischten Schule versetzt:


Plötzlich küßt vor der Latrine
Heinz die schüchterne Christine.
Er umarmt sie hintenrum
noch schaut sie ein wenig dumm.
Denn sie konnte sich nicht wehren
um den Buben zu bekehren.
Aber jetzt weiß sie genau
warum ihr so oftmals flau.
Liebe hat sie eingeholt
und ganz einfach umgepolt.
Wie soll es nun weitergehn?
Doch beizeiten wird man sehn.
Beide gehn zurück zur Klasse
ignorieren schlicht die Masse
Später gehts im Pausenhof
rasch hinaus zum heißen Schwoof.
Hei, wie da die Röcke fliegen
wenn sie sich im Rhythmus biegen!
Ganz erhitzt vom schnellen Tanz
läßt man jegliche Distanz.
Doch nun langt ein andrer Knabe
munter zu mit viel Gehabe
reißt Christine wild am Zopf
bald schon springt ein loser Knopf!
Heinz will sie noch schnell beschützen
die Gelegenheit auch nützen
denn bei diesem Handgemenge
wird ihr die Montur zu enge.
Es entspringt dem Unterhemd
was den Mann vom Weibe trennt.
Wütend fuchtelt Heinz herum
doch er ist hier nicht so dumm
sich dem Ärger hinzugeben
und benimmt sich nicht daneben.
Außer Atem noch vom Tanze
bricht dem Frieden er die Lanze
hält dem Kerl die Pfote hin
denn Vertragen macht hier Sinn.
Stolz zeigt sich nun auch Christine
doch verzieht sie keine Miene.
Zügig leert sich nun der Platz
Heinz am Arm mit seinem Schatz.
Und dem Lehrer kommt zu Ohren
wodurch dieser Streit geboren.
Nimmt sogleich sie in Klausur
rigoros als Ochsentour!
Rasch läßt er die Hasen schreiben
wie Verstand ist zu betreiben
wofür man sein Köpfchen nutzt
mancher Has' beim Thema stutzt.
Bei der Schreiberei kommt raus
daß, wer lebt in Saus und Braus
doch den kürzeren meist zieht
wenn er der Moral entflieht!
Dennoch ist hier folgerichtig
daß Erfahrung auch sehr wichtig
aber ohne dieses Zerren
das gilt hier für all die Herren
vor und nach der Pubertät
Einsicht kommt meist viel zu spät!
Die Geduld wär' wohl das Beste
möglichst bis zum Hochzeitsfeste
aber mancher Hase flucht
weil er doch auch Liebe sucht!
Also, bleibt es gar nicht aus
wenn die Eltern nicht im Haus
SIE ganz heimlich einzuladen
doch, wer übersieht den Schaden
der den beiden wohl entsteht
wenn sie plötzlich schwanger geht?
Denn so häufig folgt auf Lust
manches Mal ganz einfach Frust
und man sollte überlegen
eh' sich die Hormone regen
wie man all' das schaffen kann
und dies gilt für Frau und Mann!
Günstig wär' wenn sie sich zügeln
und sich anders zu beflügeln
Heitere Vokabelspiele
führen auch zu manchem Ziele
wenn zu später Mittagszeit
Lernen wäre ganz gescheit!
Und man spürt vertrautes DU
wirft sich selig Blicke zu
die da zeugen von der Liebe
und es stauen sich die Triebe.
Bis man kurz vorm Abitur
wirklich wünscht sich eines nur:
Nämlich endlich achtzehn sein
und mit ihr bei Kerzenschein
eilig alles nachzuholen
und man freut sich ganz verstohlen.
Ja, so ist es wohl bei allen
die so manches Wohlgefallen
erst einmal beiseite stellen
außer, man ist von den Schnellen
die auf Biegen und auf Brechen
weil sie wohl auch von den Frechen
alles und noch wie von Sinnen
eben viel zu früh beginnen.
Aber nun zurück zum Märchen
unseres vorgenannten Pärchen:
Beide haben es geschafft
und sich mühsam aufgerafft
Ruhe und Geduld zu wahren
und so günstiger zu fahren.
Nun ist es schon Jahre her
und man liebt sich immer mehr.
Die Probleme sind geblieben:
Sie will sechs, er aber sieben
Kinderlein zum Eheglück
rückt schnell ran ans beste Stück!
Doch, man einigt sich mal wieder
seufzend lockert sie das Mieder
und so geht es Schlag auf Schlag
weil man sich so gerne mag!
Sind wir jetzt schon bald am Ende?
Nein, es kommt zwar bald die Wende
denn für eignen Kindersegen
will sich einfach nichts mehr regen.
Dennoch geht es lustig weiter
war bisher zwar alles heiter
hat der Sohn zum Elternschrecke
heimlich eine Deern zum Zwecke
innre Triebe abzuwehren
und er würd' so gern verkehren...

25.8.06 16:57





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